Historie

Der Fußball

Als im Sommer 1930 das erste offizielle Freundschaftsspiel gegen den Nachbarverein DJK Albaxen ausgetragen wurde, hatten die Vereinsmitglieder bereits in Eigenleistung den Schulsportplatz „Am Wassergraben“ zu einem Fußballplatz mit Toren ausgebaut. Kurios muss dieses erste Spiel verlaufen sein, in dem ein 5:4 Sieg nach 0:4 Rückstand gefeiert wurde.

Die Mannschaft spielte mit Adolf Schlieker, Lorenz Fischer, Fritz Trappe, Franz Fischer, Wilhelm Borgolte, Wilhelm Hartmann, Hugo Hilmer, Heini Ohagen, Klemens Grothe, Hubert Werderhausen und Johannes Trappe.

In den Folgejahren ging es mit dem Fahrrad zu den Spielen im Kreis Höxter, was bei einem Spiel in Bad Driburg 90 km Fahrstrecke neben den 90 Minuten Spielzeit bedeutete. Setzt man eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h voraus, waren dies 6 Stunden Fahrt und mindestens 2 Stunden Aufenthalt zum Spiel. Beeindruckend, welcher zeitliche Aufwand hinter dem Hobby steckte.

1932 wurde die erste Meisterschaft gefeiert. Der Aufstieg in die (DJK) Gauklasse war nicht finanzierbar und so wechselte der Verein zum Westdeutschen Fußballverband, gab sich den Namen S.V. Stahle von 1930 e.V. und spielte fortan dort in den Meisterschaftsrunden.

Die Leichtathletik

Neben dem Fußball war die Leichtathletik eine Sportart der ersten Jahre. Lauf-, Wurf-, Sprung- und Stoßdisziplinen standen auf dem Programm, als der erste Wettkampf auf den einfachen Anlagen 1932 rund 200 Teilnehmer aus 19 Vereinen nach Stahle lockte.

Als Geschichte aus den ersten Jahren ist ein „gemischter“ Wettkampf in Wehrden bekannt, bei dem die Stahler Mannschaft mit den Disziplinen Radfahren, Schwimmen (durch die Weser !!!), Mittelstreckenlauf und 200-Meter-Sprint den ersten Platz belegte. Albert Ohagen auf dem Rad brachte die Stahler Mannschaft an die Spitze, die Willi Mewes „in der Weser“, Willi Töns auf der Mittelstrecke und Aloys Korff als Schlussläufer über die 200 Meter erfolgreich beendeten.

Mitte der 30-er Jahre wurde es schwierig für den Verein. Viele Aktive waren beruflich in der Fremde, im Arbeitsdienst oder der Wehrmacht. Während des Zweiten Weltkriegs ruhte der aktive Sportbetrieb ganz.

Im Sommer 1945 genehmigte die Militärregierung die Neubildung von Sportorganisationen und seit dieser Zeit hat der Verein auch seinen heutigen Namen: FC STAHLE 30.

Aloys Hamelmann wurde 1. Vorsitzender, Rudolf Borgolte 2. Vorsitzender, Heinz Krüger Schriftführer und Kassierer, Josef Kohlmeyer Spielführer, Josef Ruthe Jugendobmann und Johann Hartmann Ballwart.

Mitte 1948 trat die Währungsreform in Kraft und brachte den Verein auf einen finanziellen Tiefstand. Das Vereinsleben geriet aus dem Gleichgewicht, konnte aber durch erfolgreiche Spiele wieder hergestellt werden.

In den 50-er Jahren wurde in Stahle ein sehr erfolgreicher Fußball gespielt. 1952 wurde mit dem FC STAHLE 30 erstmals eine „Dorfmannschaft“ Meister in der ersten Kreisklasse.

1952 wurde zur Geburtsstunde des heutigen Sportplatzes an der Weser. Der „alte“ Sportplatz wurde dem Verein aufgekündigt und die Vereinsführung war gefordert eine Alternative zu suchen oder den Spielbetrieb einzustellen. Der damalige 1. Vorsitzende Josef Vatterott erreichte den Kauf des neuen Geländes durch die Gemeinde und der Verein übernahm den Ausbau des Sportplatzes in Eigenleistung.

Am 01.Mai 1953 wurde der neue Sportplatz mit einem Spiel des FC Schalke 04 gegen eine Niedersachsen-Auswahl eingeweiht. Übrigens gewannen die „Knappen“ mit 7:1 Toren.

1955, pünktlich zum 25-jährigen Bestehens des Vereins wurde die „Borgolte-Elf“ erneut Kreismeister und spielte danach zwei Jahre in der Bezirksklasse. Borgolte-Elf hieß die Mannschaft, weil bis zum fünf Borgoltes zur Mannschaft gehörten (Willi, Werner, Hubert, Albert, Herbert).

Wenn auch diese hohe Zahl an Borgolte nicht mehr erreicht wurde, so ist der Name Borgolte bis heute der meist genannte Name in Stahler Fußballmannschaften.

Machen wir eine Zeitsprung in das Jahr 1961. In diesem Jahr wurde Rudi Borgolte, ein bekennender Freund des Breitensports, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Nach vielen Jahren Fußball ist es Rudi Borgolte und Albert Kessel zu verdanken, dass der FC STAHLE 30 mit der Turn- und Leichtathletikabteilung im September 1962 den Weg hin zum Verein für alle Sportbegeisterten gegangen ist. Die „neuen“ Sportarten wurden so gut angenommen, dass die Gemeinde eine Turnhalle für die Schule errichtete, die seit dem 15.Sept. 1965 auch vom FC Stahle 30 rege in Anspruch genommen wird.

Nach der Turn- und Leichtathletikabteilung im September 1962 kam 1965 die Gymnasik der Frauen dazu, 1966 eine Tischtennis-Abteilung, 1970 das Mutter-und-Kind-Turnen, 1975 Karate, 1979 Volleyball, 1979 Seniorenturnen, 1980 Jazz-Gymnastik, 1991 Step-Aerobic, 1992 Tanzen für Jung und Alt, 1999 Reitsport, 2001 Aerobic, 2003 Satisfaction-Dance.

Einige Abteilungen haben sich aufgesplittet, um den wachsenden und wechselnden Bedürfnissen nachzukommen, andere wiederum sind nicht mehr besetzt bzw. zur Zeit nicht besetzt. So war das Turnen Ende der 60-er, in den 70-ern bis in die 80-er Jahre mit dem Geräteturnen sehr erfolgreich, wird nun aber nicht mehr angeboten, wie auch Volleyball und Tischtennis auf die Wiederbelebung warten. Sehr stark gewachsen und aufgeteilt seit den 70-er Jahren ist das Angebot für Kinder und, vornehmlich weibliche, Erwachsene.

Turnen

Wenn es um das Turnen geht, muss zwischen dem Geräteturnen und dem, nun sagen wir, Freizeitturnen. Dabei soll der Begriff Geräteturnen für den Leistungssport stehen und Freizeitturnen für den Spaß an der Bewegung.

Geräteturnen

Begonnen hat das Geräteturnen im September 1962 auf Anstoß von Albert Kessel, den es zu der Zeit aus Arnsberg beruflich nach Stahle geschlagen hatte. Bis zum Bau der Turnhalle 1965 wurde drei Jahre lang in einem Kellerraum der Schule, auf 54 qm, geübt. Schon im März 1963 wurden freundschaftliche Begegnungen mit der Turnerjugend aus Lüchtringen gepflegt, was auf das große Engagement von Anfang an schließen lässt.

Bereits 1964 stellten sich die Stahler Turner dem ersten offiziellen Wettkampf und im März 1966 nahm die Stahler Turnerjugend erstmals an den Jugendmeisterschaft des Ostwestfälischen Turngaus teil. Erfolgreich, wie der erste Platz der Mädchenmannschaft belegt, vertreten durch F. Töpfer, B. Littmann, A. Vieth und M. Trappe. Bei den Schülern schaffte es Klaus Pikos sogar bis zu den Westfälischen Schülermeisterschaften.

Albert Kessel, der „Turnvater Jahn“ der Stahler war selbst ein erfolgreicher Turner. 1966 wurde er Sieger im Gerätezehnkampf beim Gauturnfest in Büren und 1967 Dritter im Olympischen Zwölfkampf bei den Gauturnmeisterschaften, die in Stahle stattfanden. Bei diesen Meisterschaften wurde mit Albert Brandhorst der Sieger im Zehnkampf gestellt und mit Lothar Dormeier auch der Zweitplazierte.

Bis in die 80-er Jahre waren Turnerinnen und Turner des FC Stahle 30 immer wieder erfolgreich auf Turnieren und Meisterschaften vertreten. Leider wurde es danach ruhiger um das Leistungsturnen und es ist heute kein Bestandteil des aktiven Angebots mehr.

Freizeitturnen

Der Begriff Freizeitturnen soll aussagen, dass es um turnerisch Bewegung geht, die nicht das Erringen von Punkten bei Meisterschaften und Turnieren zum Ziel hat, sondern die eigene Fitness in den Vordergrund stellt.

Der Aufbau des Freizeitturnens im Jahr 1965, mit der Abteilung „Frauenturnen“ zu Beginn, muss Doris Mahle zugeschrieben werden, einer Lehrerin aus Albaxen, die an der Stahler Schule unterrichtete. Mit Brigitte Droste übernahm eine Lehrerkollegin die Weiterführung. Renate Ostermann, die über 12 Jahre, von 1971 bis 1983 die Leitung übernahm, prägte ganz entscheidend das stetige Wachstum und war dazu noch Gründerin für das Seniorenturnen und auch das Mutter- und Kind-Turnen, die Quelle aller verschiedenen Gruppen im Bereich Kinderturnen, den der Verein heute kennt. Seit 1979 bis heute wird diese Gruppe von Walburga Gebauer geleitet – die damit persönlich den Löwenanteil an der erfolgreichen Arbeit dieser Abteilung hat.

Auch im Bereich Turnen ist ständig Bewegung. So wurde 1989 die „Step-Aerobic“ von Klaudia Koßmann gegründet und 2001 die „Aerobic“ von Sabine Böhnke. Beide Gruppe haben, bedingt durch ihre Attraktivität, weitere Freizeitsportler für eine regelmäßige Bewegung unter dem Dach des FC Stahle 30 gewonnen.

Die jüngste Abteilung ist Satisfaction Dance, eine Gruppe von 8- bis 14-jährigen Mädchen, die seit dem 08.März 2003 Spaß am Tanz zu Gruppen wie Usher, Blue, Jennifer Lopez, … haben.

Das Freizeitturnen, besonders das Kinderturnen, haben bis heute zu der immensen Steigerung der Mitgliederzahl beigetragen. Vom „Schnulleralter“ bis zur Stuhlgymnasik für die Senioren reicht die Angebotspalette des Sportvereins.

Fußball

Wir hatten oben die Geschichte des Stahler Fußballs in den 50-er Jahren abgebrochen. Nach eine „Durststrecke“ in den 60-er Jahren ging es in den 70-er Jahren wieder sportlich bergauf. Anfang der 70-er noch in der 2. Kreisklasse, spielten Mitte der 70-er sogar zwei Seniorenmannschaften in der 1. Kreisklasse und die Erste Mannschaft schaffte 1975 den Wiederaufstieg in die Bezirksklasse. In der Saison 1978/79 blieb die Erste Mannschaft in der Bezirksklasse 20 Spiele lang ungeschlagen, wurde Herbstmeister und am Ende der Saison Dritter. Die Seniorenmannschaft ging als Bezirksligist in die 80-er Jahre und konnte diese Klasse bis 1984 halten. Erst 2009 gelang der erneute Aufstieg in die Bezirksliga, gefolgt vom direkten Abstieg und dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga in 2012, mit einem Spieljahr in der Kreisliga A ohne eine Niederlage und nur zwei Unentschieden in der gesamten Saison.
Was in den 70-ern an Erfolgen gefeiert wurde war die Ernte einer hervorragenden Jugendarbeit in den 60-er Jahren, die fest mit einem Namen verbunden ist – Adalbert Stamm, später auch lange Jahre 1. Vorsitzender des Vereins. Adalbert Stamm führte die A-Junioren zur mehreren Kreismeisterschaften und wurde 1970 mit seiner Mannschaft sogar Zweiter in der Jugendbezirksklasse, wie die Bezirksliga damals genannt wurde. Auch in den 70-ern waren die A-Junioren sehr erfolgreich, spielten mehrere Jahre in der Bezirksliga und wurde 1973 erneut Zweiter.

Die A-Junioren der Saison 1966/67
Historie A-Junioren 66-67

Stehend von links: Hubert Specht, Hubert Fischer, Heinz Potthoff, Heinz-Jürgen Denziol, Erhard Borgolte, Reinhard Grote, Berni Specht, Berni Schaper
Knieend von links: Hubert Loges, Jürgen Surmann, Bernd Krüger

Bis 1977 spielten die A-Junioren dann ununterbrochen in der Bezirksliga. Angesichts des ständig wechselnden Spielerstamms in den Juniorenklasse ein Ausdruck der durchgehenden Spielstärke im Stahler Juniorenbereich.
Ein weiterer Beleg für die Spielstärke der Junioren war 1972 die Teilnahme der B-Junioren an einem Wochenendturnier in Duisburg, zu dem die stärksten acht Mannschaften aus Westfalen geladen waren – selbstverständlich nach einer langen Qualifikationsrunde im Vorfeld. Die aktuelle Situation zeigt die Webseite.

Leichtathletik

Nach den Anfängen der Leichtathletik Anfang der 30-er Jahre wurde der aktive Sportbetrieb in den 60-er Jahren wieder aufgenommen. Schon 1963 war der Erfolg abzulesen, als Fritz Hohmann über 5.000 Meter Kreismeister wurde, ebenso wie die 3X1.000 Meter Staffel mit Grote, Ohagen und Hohmann. Die 3X1.000 Meter Staffel mit Ludwig, Grote und Hohmann wurde auch 1965 Kreismeister, dazu im Einzelwettbewerb Heinz Krüger über die 100 Meter und im Diskuswurf. 1967 wiederholte Heinz Krüger seinen Kreismeistertitel über 100 Meter. Ende der 70-er Jahre waren es die Junioren, die Kreismeistertitel holten, namentlich Stefan und Thomas Krüger. Unter der Leitung von Heinz Krüger holten die Stahler Leichtathletik-Junioren von 1980 bis 1989 37 Kreismeistertitel, 2 Ostwestfalenmeistertitel und wurden 3 mal Westfalenmeister. Dabei war Alexandra Krüger mit 25 Meistertiteln die erfolgreichste Sportlerin, die in ihren Spezialdisziplinen 800 Meter und Crosslauf bis in die westfälische Spitzenklasse vordringen konnte. Neben den „Krügers“ war die Familie Trappe in den 80-ern erfolgreich, mit Christoph Trappe  als Kreismeister 1984 über 1.000 Meter sowie im Weitsprung, 1985 im 3.000 Meter-Lauf, 1986 im Crosslaufen und Eckhard Trappe, der 1988 den Berlin-Marathon in 3:05,37 lief.

Schneller als Eckhard Trappe im Marathon war in den 90-er Jahren nur noch Peter Gebauer. Seit den 90-er Jahren ist die Leichtathletik im Verein geprägt durch den Lauftreff, der dem Motto „Laufen ohne zu Schnaufen“ folgt und „nebenbei“ auch weitere „Marathonies“ hervorgebracht hat.
Seit 2000 wird parallel zum Lauftreff auch Walking durchgeführt, auch Nordic-Walking.

Karate

Das Karate Dojo Stahle wurde 1975 von Rudi Hebestadt gegründet und ist bis heute im aktiven Angebot des FC Stahle 30. Diese Konstanz hat einen Namen, Werner Förster, der seit 1978 als Trainer tätig ist. In dieser Zeit war Werner Förster, zusammen mit seinem Trainerkollegen Alejandro Escanciano erfolgreich auf verschiedenen Turnieren. Nachdem er 1988 beim damaligen Bundestrainer seine Scharzgurtprüfung bestanden hatte, gründete er auch eine Kinder-Karate-Gruppe.

Tischtennis und Volleyball

Nach einem „Versuch“ zur Gründung einer Tischtennis-Abteilung 1963 war Werner Borgolte dann 1966 erfolgreich. Nach langen Jahren der Teilnahme am Meisterschaftsbetrieb ruhte diese Sparte lange Jahre und wurde 2009 wieder zum Leben erweckt und erfreut sich regen Zulaufs.

Mountainbiken

Erst seit 2012 im Angebot ist das Moutainbiken für Frauen, das regen Anklang findet.

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